Presseartikel

Presseartikel vom 04.03.2019 Allgemeine Zeitung

Viel tänzerisches Können beim Carneval Verein Bingerbrück

Farbenfrohe Shows boten die Tanzgruppen bei der Sitzung in Bingerbrück. Aber auch die Liebhaber von „Kokolores“ wurden gut bedient.
Die Showtanzgruppe „Just Friends“ bewies zusammen mit den anderen Gruppen, dass Bingerbrück eine Tanzhochburg ist. Foto: Sebald Stumm
Die Showtanzgruppe „Just Friends“ bewies zusammen mit den anderen Gruppen, dass Bingerbrück eine Tanzhochburg ist.Foto: Sebald Stumm
BINGERBRÜCK – Ein märchenhafter Elferrat entführte das närrische Publikum vor einem herrlichen Bühnenbild mit Motiven aus Geschichten des Augsburger Marionettentheaters in die „Bingerbrücker Puppenkiste“. Unter diesem Motto feierte dieses Jahr der Carneval Verein Bingerbrück (CVB) sein 70-jähriges Bestehen. Und „Kasperl“ Andreas Kerner führte rührig und souverän durch die Kostümsitzung in der vollbesetzen Turnhalle von „Kaltnaggisch“.
Dass Bingerbrück eine Hochburg besonders des Gardetanzes ist, bewiesen gleich verschiedene Gruppen des Vereins. Angefangen bei den Tanzfünkchen mit ihrem „Ein Wunsch für Pinocchio“ über die Tanzmariechen Rojin Arslan und Jula Born und die Nachwuchsgarde „Blue Diamonds“ bis hin zur Prinzengarde wurde großes tänzerisches Können geboten. Die Showtanzgruppen „Magic Teens“ mit „Feuer und Eis“ und „Just Friends“ mit „Lasst die Puppen tanzen“ komplettierten die tänzerische Vielfalt des CVB und boten farbenfrohe Shows.
Die Liebhaber von Kokolores wurden bei der letzten Saalfastnacht in Bingen in dieser Session gut bedient. „Korz und knackisch aus Kaltnaggisch“ amüsierte Toni Berges als Reporter „Anton von und zu Dummzeuch“, der die neuesten News „vum Ort“ rausposaunte. Ein gern gesehener Gast in der Bütt ist Männi Heil (Sitzungspräsident der Gruber Narren), der sich dem Leerstand der Binger Innenstadt entgegenstellte. Annika Schmitt stellte sich die Frage: „Bin ich ein Messie oder warum sieht meine Wohnung so chaotisch aus?“ Die Lacher und „Uiuiuis“ bewiesen, dass sie damit richtig lag.
NÄRRISCHE MITSTREITER

Musik: Joachim PetersBühnenregie: Kalli Augstein, Luca AltenhofenHoheitliche Grußworte: Prinzenpaar des Weilerer Carneval VereinsMarcus Mohrs als „Webersch Elfriede“Black Mamba, das Männerballett der Binger Karnevalsgesellschaft Schwarze Elf
Am Freitag noch als AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer) bei „Mainz bleibt Mainz“ auf der Bühne, jetzt in seiner Paraderolle als „Giacomo Casanova“ mit seinem Motto „Was kann ich dafür, dass ich so schön bin?“ auf der Rostra des CVB in Bingerbrück: Helmut Schlösser stellte wieder einmal seine Spitzenklasse unter Beweis.
Sehr musikalisch ging es beim Auftritt der „Alten Omas“ Ann-Kristin Mattes und Tanja Hagenbuchner zu, die beim Kaffeeklatsch mit ihren Freundinnen in Erinnerungen schwelgten. Großartig umgesetzt war dabei auch „der stylische Look“ der Seniorinnen. Als Stimmungsgarant mit altbewährtem Bumtärä überzeugten Günter Mattes und Andreas Kerner als „Pat und Patachon“ sowie die „Bingerbrücker Bänkelsänger“ Hans-Joachim Budai, Robert Hassemer und Tjorren Perabo, die stimm- und textsicher den Saal rockten.
Mit dem Finale aller Aktiven und einem letzten dreifach donnernden Helau ging eine sehr kurzweilige und bunte Sitzung zu Ende. Besonderes Lob verdienten sich CVB und die Besucher für ihr Verhalten und Verständnis bei einem ärztlichen Notfall im Saal.

Foto und Text: Sebald Stumm
Copyright: Allgemeine Zeitung

 

Presseartikel vom 03.02.2019 Augsburger Allgemeine

Hutmacherin fertigt Kasperl-Hut für rheinische Karnevalfans

 

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Anneliese Hartung zeigt den Kasperle-Hut, den ein rheinischer Karnevalsverein bei ihr bestellt hat.
Bild: Silvio Wyszengrad

 

eit 59 Jahren ist Anneliese Hartung Hutmacherin. Was Puppenkiste und Fasching mit einem ihrer jüngsten Aufträge zu tun haben.
VON CAROLIN STEINKE

Mit seiner Gründung im Jahr 1921 ist der Hutsalon am Dom das älteste Hutgeschäft mit Atelier in Augsburg. Er ist bekannt für modische Kopfbedeckung sowie kunstvoll verzierte Anstecker oder Haarreifen. Ob Seattle, Brüssel oder Israel – die Besitzerin Anneliese Hartung erhält Aufträge aus der ganzen Welt. Doch vor Kurzem wurde ein ganz besonderer Wunsch an sie herangetragen. Und der kam nicht einmal aus dem Ausland.

Hintergrund dazu ist der Ausflug eines rheinischen Karnevalsvereins im November: Nach einem Besuch in der Puppenkiste kam die Karnevalsgruppe aus Bingen am Rhein in Anneliese Hartungs Geschäft, um Hüte zu kaufen.

Rheinische Narren von der Puppenkiste begeistert

Daran erinnert sich die Ladeninhaberin noch gut: „Eine lustige Mannschaft war das, wir unterhielten uns gut.“ Im Gespräch erzählten die Vereinsmitglieder der Ladeninhaberin von ihrem ungewöhnlichen Vorhaben für die neue Karnevalssaison: „Die Gruppe war so begeistert von der Puppenkiste, dass sie den Entschluss fasste, beim nächsten Karneval in die Rolle der Marionetten zu schlüpfen“, erzählt Anneliese Hartung.

Um das Schauspiel so authentisch wie möglich zu gestalten, fehlte aber noch die passende Kopfbedeckung für die Figur des Kasperls. Für die Vereinsmitglieder war schnell klar – der Auftrag geht an Anneliese Hartung. „Erst einmal hörte ich länger nichts von ihnen. Am vergangenen Montag jedoch kam ein Vereinsmitglied mit bunten Stoffen und ganz konkreten Vorstellungen in mein Geschäft“, erzählt sie. Sein Wunsch: ein hellblauer Hut mit bunten Streifen für seine Rolle als Kasperle.

Ein Bild vom Kasperl diente als Vorlage

Gleich am nächsten Tag machte sich Anneliese Hartung an den Auftrag – von Trödelei hält die Geschäftsfrau nämlich nichts: „Man muss den Auftrag anpacken, solang die Idee noch im Kopf ist.“ Doch die Umsetzung war gar nicht so leicht, denn als Vorlage für den Hut diente lediglich ein Bild vom Kasperl mit besagter Kopfbedeckung. Außerdem war die Zeit sehr knapp. Doch in solchen Fällen kann sich Anneliese Hartung auf ihr Können und ihre jahrelange Erfahrung verlassen. Immerhin arbeitet sie seit 59 Jahren als Hutmacherin.

Nach einer Woche intensiver Arbeit in der Werkstatt war das Einzelstück fertig für die Karnevalsbühne in Bingen am Rhein. Dort wird die Kopfbedeckung schon sehnsüchtig erwartet. Eine rheinische Karnevalsveranstaltung gepaart mit einem Stück Augsburger Tradition – da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Bild und Text: CAROLIN STEINKE
Copyright: Augsburger Allgemeine

06.03.2019 #gde